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#sixty-five: union square. cable car. golden gate park. painted ladies.

Hallo alle,
der letzte komplette Tag neigt sich für mich langsam aber sicher dem Ende entgegen - tja, so schnell kann es gehen! Dafür habe ich heute noch einmal so einiges erlebt.
Los geht es - mal wieder einmal - mit einem Fußmarsch von ungefähr einer Dreiviertelstunde. Ich bin auf dem Weg zum Union Square, also Downtown San Francisco, wo es Cafés und Geschäfte gibt und regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Der Weg dorthin ist ebenso hügelig wie in die andere Richtung, wenn man zum Pier geht; ebenso ist es hier genau so windig und die Luft ist recht frisch mit 13° (bewölkt ist es am Morgen auch und ich bin froh, dass ich mich für die lange Hose entschieden habe)! Auf meinem Weg hole ich mir bei Trader Joe's noch einen Joghurt, denn gefrühstückt habe ich noch nicht. Das hole ich vor Ort am Vaillancourt-Brunnen (sehr amerikanisch der Name, ich weiß...) nach, wo es Sitzgelegenheiten plus Tische in der Sonne gibt. Ich habe den Rest meines Müslis eingepackt und einen Löffel, sodass ich zusammen mit dem Joghurt ein gutes Frühstück habe. Auch gibt's Blaubeeren. Banane und Vollkorn-Cracker. Da ich überdurchschnittlich oft Burger, Eis etc. esse, versuche ich, wenigstens das Frühstück und den Snack zum Mittag gesund zu halten...
Es findet an diesem Tag ein Kunst-Markt statt, wo Händler überwiegend Schmuck ausstellen, sodass ich mich ein wenig umschaue. Etwas später gönne ich mir einen Caffè Mocha bei Starbucks und dann stelle ich mich für eine Fahrt mit einem der weltbekannten Cable Cars an. Das passt insofern gut, als die Wagen in Richtung Hostel fahren und fast die gesamte Strecke (gut zwei Kilometer) bergauf führt... Das möchte ich ungern laufen, sodass die Fahrt mit dem Cable Car sehr gut für meine Route passt. Der eine Wagen ist gerade weg und so muss ich gut zehn Minuten warten. Dann ist es endlich so weit und ich besteige zusammen mit gut zwanzig anderen Touristen die Bahn. Ich bekomme netterweise einen "Außenplatz", heißt also, dass ich auf einem der Fußbretter, welche sich links und rechts seitlich am Wagen befinden, stehe und mich an einer Stange festhalte, um nicht rauszufallen. Ich habe bewusst diesen Platz gewählt - full experience und so. ;-) Die Fahrt kostet sieben Dollar, das Geld wird vorher von allen Passagieren eingesammelt; insgesamt dauert die Fahrt etwas mehr als eine Viertelstunde und es geht mit nur mäßigem Tempo voran (selbst wenn man also während der Fahrt rausfallen sollte, würde nicht viel passieren... Es sei denn, man wird von einem der vorbeifahrenden Autos überfahren, aber gut, ich denke, dazu muss man sich schon ungeschickt anstellen - zumal man permanent dazu angehalten wird, sich wirklich gut festzuhalten).
Die restlichen Meter laufe ich zum Hostel, mache eine kurze Mittagspause und dann geht es gegen viertel nach zwei weiter. Ich bestelle mir dazu wieder ein Uber, da ich zum Golden Gate Park möchte, welcher sich etwas über fünf Kilometer von hier entfernt befindet. Innerhalb von einer Minute habe ich einen Fahrer, der mich einen Block weiter einsammelt - ich kann fast gar nicht so schnell dort hineilen wie das Auto da ist. Diesmal ist es wieder ein UberPool, zwei Personen sitzen schon im Wagen und ich bin der dritte Fahrgast, der zusteigt. Der Fahrpreis diesmal für die nicht ganz zwanzig Minuten beläuft sich auf umgerechnet 3,20€. Astrein! Ich bin gegen viertel vor drei am Park und verbringe den Nachmittag dort. Ich starte am östlichen Ende des Parks und gehe eine Runde, bin ca. anderthalb Stunden unterwegs. Der Park ist riesig - ich mache ungefähr drei Kilometer vor Ort und habe gerade einmal vielleicht 20% des Parks gesehen. Vom der Größe kann die Grünanlage locker mit dem Central Park in NYC mithalten, würde ich behaupten! Es gibt Fuß- und Radwege, Sportplätze (Volleyball, Baseball, etc.), botanische Gärten und Anlagen, Liegewiesen, und und und... Es sind unglaublich viele Läufer unterwegs und ich beneide sie ein wenig...!
Nach einer kleinen Stärkung trete ich dann langsam aber sicher den Rückweg an, steuere aber dabei zunächst die Painted Ladies an. Dabei handelt es sich um eine Häuserreihe in dem schicken Viertel Haight Ashbury, welche u.a. durch das Intro zur TV-Serie "Full House" weltberühmt geworden ist. Ich habe die Serie nie gesehen und schaue mir die Häuser eher deshalb an, weil sie auf meinem Rückweg liegen und ich das Gefühl habe, ich sollte ein Foto dort schießen... Wenn man schon mal in SF ist.
Da ich zwischendurch eben für Fotos anhalte brauche ich für den Rückweg (wie gesagt - über fünf Kilometer) über eine Stunde und fünfzehn Minuten. Gegen viertel vor sechs bin ich wieder zurück - und mache erst einmal eine halbe Stunde die Augen zu. Ich wundere mich manchmal selbst - wenn ich sonst Sport treibe aka laufe, laufe ich unter der Woche drei- bis viermal jeweils um die zwölf Kilometer im Schnitt und ich bin nicht annähernd so platt wie hier vom Herumlaufen...
Zum Abendessen gibt es einen Avocado-Burger und bevor ich ihn ganz aufgegessen habe, habe ich schon nicht mehr richtig Appetit drauf. Ich schätze, mein Burgerappetit für die nächsten Wochen und Monate ist gesättigt...! Was ich hier übrigens vermisse: Bäckereien! Nicht nur, weil das Brot hier vergleichsweise schlecht und das im Deutschland um einiges besser ist, sondern auch, weil ich zwischendurch zum Überbrücken bis zum Abendbrot einfach mal gerne nur eine Kleinigkeit essen möchte - das findet man hier nur so gut wie kaum und immer Banane oder Müsliriegel wird auch langweilig. Eine Tüte Chips, Popcorn oder einen Cookie zu kaufen, so wie es an vielen Stellen angeboten wird, halte ich da auch nicht wirklich für eine gelungene Alternative. Einfach mal wieder ein Milchbrötchen, ein Vollkornbrötchen mit Brie oder eine Laugenstange - das wär's und ich freue mich schon darauf, das in Kürze wieder essen zu können
Ich kaufe noch kurz ein paar Sachen bei Trader Joe's ein und eine junge Frau spricht mich an. Ob ich jüdisch sei, möchte sie wissen. Ich verneine und sie wirkt ein bisschen enttäuscht. Als ich an der Kasse anstehe und warte, frage ich mich, wie sie darauf kommt, dass ich jüdisch sein könnte und muss unweigerlich an "Das Leben des Brian" denken - vielleicht erinnert ihr euch an die Eingangsszene, Stichwort "Rübennase". Ob es an meiner Nase lag? Ich werde es nie erfahren.
Ich bin gegen halb neun wieder am Hostel und erkundige mich, wann ich am nächsten Tag ausgecheckt haben muss. Die Antwort lautet zwölf Uhr, und: Das Gepäck kann ich bis zu meinem Abflug am Hostel lassen. Wenn das nicht maximal entspannt ist, dann weiß ich auch nicht. Heißt außerdem auch, dass ich fast noch den gesamten Tag (ergo bis gut 16h) habe, denn mein Flug geht um 19:50, heißt 19:20 Boarding, heißt 16:30/17h am Flughafen sein... Perfekt. (:
Kommt gut in die neue Woche - bis morgen!
Karla

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6.8.18 16:55


#sixty-four: golden gate bridge. ghirardelli eis. burmesisches essen.

Dear all,
wenn ihr das hier (aktuell) lest, bin ich seit so ziemlich genau drei Wochen unterwegs. Ich bin schon ein wenig traurig, dass sich mein Trip dem Ende neigt... Ich vermisse Venice Beach jetzt schon (ich weiß, Luxusprobleme...).
Am heutigen Samstag steht ein weiteres Touristenziel auf dem Plan, nämlich die Golden Gate Bridge. Vom Hostel aus sind es zunächst gute zwei Kilometer Fußweg bis zum Radverleih auf der Hyde Street, wo ich gegen halb zwölf aufschlage - "das ist aber spät", werden jetzt bestimmt einige denken. Mit dem Frühstück bin ich tatsächlich auch um halb zehn fertig, aber ich unterhalte mich noch mit zwei Leuten, u.a. mit einem Ingenieur, der ursprünglich vom Mauritius kommt, in Belgien zur Schule gegangen ist, in Kanada studiert hat und jetzt in den USA arbeitet; sein Vater ist Diplomat, daher hat er schon ziemlich viel von der Welt gesehen. Ich hätte es unhöflich gefunden, das Gespräch zu unterbrechen und zudem war es interessant, da er obendrein vernünftige Ansichten vertrat.
Mein Fahrrad für den Tag kostet mich umgerechnet 22€, das ist hier ein ganz guter Tarif. Das Fahrrad an sich ist ein Tourenrad mit einer gut funktionierenden Gangschaltung und einfach höhenverstellbarem Sattel (klingt irgendwie unwichtig, fand ich aber durchaus relevant für meine Tour)! Ein Schloss kommt auch mit dem Bike und los geht es.
Die Route führt mich relativ nah am Wasser entlang und ich habe mordmäßigen Gegenwind. Die Lufttemperatur liegt bei ca. 14-18° an den Morgen. Ich trage Shorts, bin aber froh, dass ich meine graue lange Jeansjacke dabei habe und meinen Schal. Bei dem Wind ist solche Kleidung nämlich echt Gold wert! Andere Touristen sind weniger gut vorbereitet und man sieht, dass sie deutlich frieren. Abgesehen davon: die Radstrecke (es sind ungefähr fünf bis sechs Kilometer bis zur Brücke) ist hoffnungslos überfüllt. Ich komme mir vor wie beim Massenstart der Tour de France. Nur das Tempo ist vielleicht ganz so das selbe...
Ich halte zwischendurch immer mal wieder an, um Fotos zu machen. Ich habe Glück: heute ist kaum Nebel über dem Wasser und man hat eine tolle Aussicht auf die Golden Gate Bridge! Je näher man der Brücke komme, desto näher kommt man auch an das offene Meer und desto windiger wird es. Auch wenn das Wasser tief unter einem und der Brücke liegt, kann man gut die weißen Schaumkronen auf den Wellen sehen - ein klares Zeichen dafür, dass ein starker Wind geht (ich tippe auf Windstärke 5-6, in den Böen vielleicht sogar sieben Windstärken... von dem, was ich von Sylt kenne). Und voller wird es sowieso... Überall Scharen von Radfahrern und Fußgängern.
Ich gelange schließlich zum Brückenkopf, die Golden Gate Bridge ist für Autos dreispurig in beide Richtungen und daneben auf beiden Seite gibt es jeweils einen Fußweg. Der auf der Ostseite ist dabei ausschließlich für Fußgänger (in beide Richtungen) ausgewiesen, ich muss also auf die Westseite, welche für Radfahrer reserviert ist (auch hier: für beide Richtungen...!). Wenn ich dachte, dass die Radfahrt bis jetzt nicht soooo entspannt war, dann werde ich in diesem Moment weiter desillusioniert: die Überquerung der Brücke mit dem Rad ist, das stelle ich nach wenigen Metern fest, ein einziger Höllentrip. Oder um es anders zu sagen: selten habe ich so viel geballte Inkompetenz und Ignoranz an einem Ort gesehen. Okay, in Kürze: die Brücke ist über anderthalb Kilometer lang. Die Überquerung dauert mit dem Rad ungefähr 10-15 Minuten. Man befindet sich in gut 200m Höhe. Es ist stürmisch. Der Weg ist an der breitesten Stelle ungefähr zwei bis zweieinhalb Meter breit, oft ist es enger. Es rasen auf sechs Spuren Autos mit ungefährt 80 Sachen an einem vorbei, was trotz der Absperrung unfassbar laut ist. Es ist brechend voll. Räder fahren in beide Richtungen. Wie aber bereits oben beschrieben ist das aber noch nicht genug, denn jetzt kommt das eigentliche Problem hinzu: einige fahren nicht hintereinander in ihrer Gruppe, sondern nebeneinander (was soll's, soll der Gegenverkehr halt gucken, wo er bleibt!); während der Fahrt werden einhändig Brillen geputzt (eine schmutzige Brille würde ja das Foto versauen...), Spiegelreflexkameras betätigt (die Qualität der iPhones ist eh mies und ne Canon ist voll hip!), Selfies geschossen (hallo Welt, ich poste man schnell auf Instagram!), Gespräche geführt (Rad fahren - voll lässig!), Videos von der Fahrt gedreht (On-Ride video, auf die Idee kommt ja sonst überhaupt niiiemand!), und - so - weiter! Zu allem Überfluss sind ziemlich viele genervte Rennradfahrer unterwegs, von denen ich davon ausgehe, dass sie schlicht und einfach gesehen werden wollen - kein einheimischer, seriöser Sportler würde diese Brücke an einem Samstagmittag überqueren, denke ich. Außerdem bin ich egoistisch und denke mir nur: hoffentlich kommst du gut auf die andere Seite. Vor mir fährt ein italienisches Pärchen, die die Intelligenz auch nicht mit Löffeln... ihr wisst schon. Sie dünne Sandalen mit einem Hauch von Sohle, Radhelm lässig am Gepäckträger, Nieren frei. Frisur sitzt dafür auch bei dem Wind. Er: Lederjacke, Kragen hoch, Spiegelreflexkamera um den Hals (wie oben beschrieben...). Bei beiden (wie bei 80% aller Radfahrern) ist der Sattel deutlich zu niedrig eingestellt. Ich habe ja nicht viel Ahnung vom Radfahren, aber ich weiß, was das mit Knien macht. Na ja, was soll's.
Auf der anderen Seite fahre ich die Serpentinen runter und weiter durch die hügelige Landschaft, um noch ein bisschen weiter Richtung Sausalitos zu fahren, einem kleinen Ort, wo u.a. auch die Fähren nach San Francisco ablegen. Das Gefälle ist unglaublich steil. Ich fahre Schritttempo und mit zwei angezogenen Handbremsen. Sicher ist sicher. (Auch hier wieder: Idioten, die den Berg mit 30km runterbrettern.) Viele Leuten schieben auf den Bergaufpassagen ihr Rad; ich habe meinen Stolz und fahre - auch wenn es bedeutet, dass ich in einem sehr niedrigen Gang fahre und nur etwas schneller bin als die Fußgänger. Je näher ich dem Ort komme, desto voller wird es wieder. Ich drehe um und muss feststellen, dass ich sowieso schon elf Kilometer zurückgelegt habe, einschließlich ziemlich vielen hügeligen Ecken. ich peile also den Rückweg an, es geht die Serpentinen wieder hoch. Vorteil an dieser Stelle: 90% der Touristen nehmen die Fähre zurück nach San Francisco, sodass es auf dem Rückweg etwas leerer ist. Auf der Brücke hat sich jedoch nicht viel geändert. An einer engen Stelle bleibt ein Jugendlicher mit seinem Fahrradlenker an meinem hängen, obwohl ich schon aus dem Sattel gegangen bin und einen Fuß auf dem Boden habe. Ich komme kurz ins Stocken und reiße mir die linke Ferse auf, da ich an der Pedale abrutsche. Dass ihr es überhaupt geschafft habt, eure Reise zu buchen, denke ich mir nur sauer...
Der Rest des Rückwegs ist unspektakulär. Ich halte kurz zum Essen und schaue ein paar Windsurfern auf dem Wasser zu. Anschließend gebe ich das Rad wieder ab und entscheide mich, bei Ghirardelli Eis zu essen. Die Eisdiele ist weltbekannt und unfassbar voll. Die Kugel Eis kostet mich umgerechnet vier Euro und wird in der billigsten Waffel serviert, die man sich vorstellen kann. Lächerlich. Jede Eisdiele in Essen ist da ja fast besser... Die vierköpfige Familie hinter mir in der Schlange blättert gut 44$ für vier kleine, gemischte Schokobecher hin - dem Jüngsten schmeckt das Fudge nicht. Ich möchte laut loslachen - wie weit kann man eigentlich gehen, Menschen so abzuzocken... Ich bin froh, dass ich nur die eine Kugel genommen habe.
Um halb sechs bin ich wieder am Hostel und mache mich kurz frisch, um dann gegen halb sieben den Weg Richtung Burma Love, einen Restaurant, anzutreten. Dort treffe ich Isabel, eine ehemalige Austauschmitschülerin aus Arizona von 2011 und Damir, einem Freund von ihr. Isabel kommt eigentlich aus Singapur, wohnt jetzt aber in San Francisco. Das Essen, Burmesisch, ist unfassbar lecker und es ist ein netter - wenn auch nicht all zu langer - Abend. Isabel spendiert uns die Getränke - ich bleibe mit meinem Eistee, der 3$ kostet, noch sehr günstig, die anderen beiden trinken jeweils einen Cocktail (für je 13$). Isabel gibt 6$ Trinkgeld bei 29$... Nee, ist klar. Das Essen bezahlt Damir für uns - ich protestiere, aber ihm scheint es egal zu sein. Auch hier: Rechnungsbetrag 68$, er gibt 12$ Trinkgeld. So teuer habe ich selten gegessen... Ich hätte such bezahlt, aber keine Chance... Ich betone aber nochmal: das Essen (Hähnchen in Sesammantel, Knoblauchnudeln, Reis und Gemüse für uns alle) war eines der besten Essen, die ich je hatte.
Die beiden gehen anschließend noch feiern, ich bin platt und laufe zurück. Die erste Hälfte der Strecke geht in Ordnung, danach wird es mir zu dunkel und ich will mein Glück nicht herausfordern. Ich bestelle mir an einer gut ausgeleuchteten Straßenecke für umgerechnet 3,20€ einen Uber für die letzten 1,3km (da ich fürs Essen nichts zahlen musste, gebe ich zwei Dollar Trinkgeld für die kurze Strecke) und der Wagen ist nach einer Minute da. Zwischen mir und dem Hostel liegt ein Straßenabschnitt, der schon im Hellen nicht sooo vertrauenswürdig aussah. Milton, ein Schwarzafrikaner, ungefähr um die 60 Jahre alt, hat Humor und ist für die fünf Minuten, die ich bei ihm hinten im Auto sitze, echt unterhaltsam und gut drauf.
So denn... Ich bin so gut wie im Bett. Habt ein schönes Wochenende!
Karla

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5.8.18 08:49


#sixty-three: hyde street pier. fisherman's wharf. pier 39. street food.

Hey ihr,
es dauert nicht mehr lange und dann werde ich schon wieder zurück in Deutschland sein... einerseits finde ich es schade, die USA schon wieder verlassen zu müssen, andererseits sehe ich euch dann wieder.
Am heutigen Morgen geht es recht spät los, heißt gegen viertel vor elf. Die Schmerzen in meinem linken Knie haben sich verändert bzw. es ist unangenehmer als in den letzten Tagen irgendwie... Es kommt mir daher nicht gelegen, dass San Francisco so unfassbar hügelig ist. Nach ein paar Metern bergauf - ich bin auf dem Weg zum Pier - geht es ein ganzes Stück bergab (die Straßen haben hier nicht selten ein Gefälle von 10-20%... In Einzelfällen sogar bis zu knapp 30% - und das über mehrere Blocks) und es ist aufgrund des dumpfen Schmerzes fast nicht auszuhalten. Ich setze meinen linken Fuß schon anders als gewöhnlich auf und belaste ihn weniger. Als ich unten ankomme schießen mit Tränen in die Augen. Schmerz und Enttäuschung. Dass ich im Moment nicht regelmäßig Langstrecke laufen kann ist eine Sache; dass ich wie ein Krüppel durch die Stadt humpele ist mindestens genau so bitter. Ironischerweise tut Pennyboarden nicht weh, aber das bringt mir in dieser Stadt so rein gar nichts.
Eine Ibuprofen 200 später bin ich dann am Hyde St Pier und schaue mir die alten Schiffe dort an, die zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen. Gegen Gebühr kann man diese begehen und einen Blick in die Kajüten, Kombüsen, Maschinenräume usw. werfen. Auch ein altes Segelschiff kann man betreten. Es ist schon ziemlich beeindruckend, an Deck eines solches Schiffes zu stehen und an den Masten nach oben zu sehen. An Bord der Herkules, einem kleinen Schlepper, bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie eng es auf solchen Schiffen ist... Da ich dank der ordentlichen Strecke vom Hostel zum Hafen schon einige Zeit unterwegs bin, denke ich, dass es ganz nett wäre, am Pier selbst ein paar Minuten die Beine auszustrecken und die Sonne zu genießen. Es gibt Bänke dort und ich suche mir eine unbesetzte Bank aus. Ich bin froh, dass ich meinen Schal dabei habe (auch wenn mein Gastvater mich zunächst belächelt hat - am Meer ist der Schal wirklich Gold wert!), denn die Lufttemperatur liegt gerade einmal bei knapp 15/16° und es geht ein ordentlicher Wind. Ich lege meinen Schal auf den oberen Rand der Rückenlehne der Bank, sodass ich gemütlich meinen Kopf darauf ablegen kann und gleichzeitig die Ende des Schals ein wenig um den Nacken legen kann. Tatsächlich muss ich so groggy sein, dass ich eine Dreiviertel Stunde Nickerchen in der Mittagssonne halte... Na ja, man ist ja keine zwanzig mehr, oder wie war das... Als ich wieder aufwache, steht die Sonne hoch am Himmel und ich pilgere weiter die Fisherman's Wharf entlang - so heißt nämlich das Areal am Wasser, in welchem sich Pier an Pier reiht. Ein wenig später erreiche ich den (das?) berühmten Pier 39. Dieser erinnert mich stark an den Santa Monica Pier, denn auch hier gibt es Karussells, Souvenirläden, Popcorn-Stände und Spielautomaten. Irgendwie spricht mich das nicht an... Im Gegenteil, der Rummel schreckt mich ab. Wie in Santa Monica gibt es auch hier übrigens ein Bubba Gump Shrimps Restaurant - das wurde durch den Film "Forrest Gump" inspiriert, sodass auch hier eine Bank mit fest installierter Pralinenschachtel und den Schuhen Forrests steht; Besucher können hier Fotos machen - und tun das auch en masse. Ich schaue dem Treiben an diesem Ort zu, da ich meine Mittagspause quasi eine Bank weiter mache. Ich frage mich, wie viel der Besucher wissen, dass genau das selbe Setting auch in zig anderen Orten zu finden ist... und wie sie reagieren würden, wenn man sie mit dieser Tatsache konfrontieren würde?
Interessanter ist da schon der äußere Bereich des Piers, von wo aus man die Seelöwen beobachten kann, die hier nur wenige Meter von neugierigem Beobachtern entfernt im Hafenbecken auf großen Pontons in der Sonne liegen. Ich habe irgendwo vorher gelesen, dass sie Tiere wohl zu beobachten seien, aber das es so viel sind... Ich überschlage grob die Zahl, es müssen um die 60-70 sein. Einige heulen vor sich hin, die meisten liegen wie erschlagen auf dem Rücken (das Leben als Seelöwe muss anstrengend sein...), Flossen auf dem Bauch oder einfach alle viere von sich gestreckt... Ich könnte den Schöngeistern stundenlang zusehen, jedoch ist der Fischgestank nicht zu überriechen und nach einer guten Viertelstunde habe ich im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll davon.
Ich gehe noch ein paar hundert Meter weiter zu dem Pier, von welchem die Schiffe nach Alcatraz ablegen, da ich plane, an einem der kommenden beiden Tage die Fahrt dorthin zu machen. Die Ernüchterung dann: die nächstmögliche Tour wäre am 27. August. Alle anderen Fahrten bis dahin sind komplett ausgebucht. Ernsthaft jetzt? Na ja, dann halt nicht.
Auf meinem Weg durch Fisherman's Wharf komme ich übrigens immer wieder an Infotafeln vorbei, die über die Geschichte dieses Ortes informieren. Ich lerne allerhand über die ehemaligen Fähren, die bis zur Eröffnung der Golden Gate Bridge regelmäßig hier an- und abgelegt haben, über Seelöwen sowie die Funktion von Pilotschiffen, die es seit Jahrzehnten gibt und die auch heute noch unfassbar wichtig sind: Die Pilotschiffe fahren ganzjährig, bei jedem Wetter. Sie haben die Aufgabe, große Containerschiffe sicher durch die Pfeiler der Brücke und in den Hafen zu fahren, wenn diese Hilfe anfordern, denn die Bucht stellt offensichtlich eine echte Herausforderung dar. Dazu nähern sich die Pilotschiffe den großen Schiffen an, bis von Bord des Frachters eine Strickleiter heruntergelassen wird, um den "Pilot" an Bord zu lassen. Dieser übernimmt, dann die Navigation auf dem Schiff.
Da meine Wasserflasche längst leer ist und ich langsam aber sicher aufgrund des Flüssigkeitsmangels Kopfschmerzen bekomme, steure ich Chipotle an, denn dort gibt es Sodas (also auch Wasser) für 2.10$ (am Vorabend zufällig beim Essen dort gesehen). Ich sehe es nicht ein, an den Souvenirständen 3.95$ + Steuer für ein kleines Wasser zu zahlen, daher entscheide ich mich für diese Variante (Sternzeichen Fuchs, sage ich nur). Nebenbei bemerkt: Cola und ähnliches kostet auf der Touri-Meile deutlich weniger. Kein Wunder, dass viele dicke Menschen unterwegs sind... Die Mitarbeiterin bei Chipotle ist nett und gibt mir einen großen Becher fürs Wasser, ohne dafür Geld zu nehmen. Sehr cool.
Gegen frühen Abend lande ich noch kurz bei Starbucks und folge anschließend der Küste weiter gen Westen. Die Golden Gate Bridge kann man in der Ferne schwach erkennen, allerdings ist sie fast komplett in Nebel gehüllt. Alcatraz ist dafür umso besser zu erkennen. Durch Zufall gerate ich schließlich zu SF Art Institute, welches sich in den alten Hafengebäuden des ehemaligen Fort Mason befindet. Es gibt Galerien, Ausstellungen, Restaurants und Bars. Auch ein Street Food Market findet zufälligerweise statt. Ich schaue mir die einzelnen Stände an und entscheide mich schließlich für einen Burrito, der auf ganzer Linie überzeugt. Die Sonne ist schon fast hinter den Hügeln auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht verschwunden und ich denke, es ist eine gute Idee, den Heimweg anzutreten (es ist kurz vor acht Uhr abends). Als ich mein Zimmer betrete stelle ich fest, dass mein Bett gemacht wurde (ich hatte es beim Verlassen des Zimmers heute Morgen ordentlich hinterlassen, allerdings wurde die dicke Tagesdecke ebenfalls wieder ordnungsgemäß übers Bett gezogen und die Dekokissen wurden entsprechend drapiert)... hm, kann ich mit leben. (;
Euch ein schönes Wochenende und danke an dieser Stelle schon einmal an alle, die in den letzten drei Wochen regelmäßig hier gelesen haben - that means a lot to me! (:
Karla

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4.8.18 08:21


#sixty-two: ankunft in san francisco. music city hostel. nob hill.

Good morning,
am heutigen Tag muss ich Santa Monica bzw. Southern California schon wieder verlassen... Ich hatte vor Antritt meiner Reise zunächst Bedenken, ob knapp drei Tage dort nicht zu lang(weilig) sein würden, da ich ja im Endeffekt schon mal alles gesehen habe. Rückblickend muss ich sagen, dass ich fast zu wenig Zeit dort hatte, denn einfach mal nicht unter dem Druck zu stehen, möglichst viel sehen zu "müssen", kann ja auch sehr entspannend sein zur Abwechslung. Und sowieso: mit Laufen, Rad fahren und Pennyboarden bekommt man die Zeit sehr gut um!
Um halb zehn checke ich also am Hostel aus, lasse mein Gepäck aber noch für zwei Stündchen einschießen und gehe ein letztes Mal zum Strand runter. Ich gehe das erste Mal auch bis zum Meer und halte die Füße ins Wasser. Einer Gruppe von Surfanfängern schaue ich bei ihren ersten Versuchen auf dem Wasser zu; einige sind schon etwas weiter. Ich überlege, dass es bestimmt viel Spaß machen würde, in Zukunft hier auch mal ein Brett zu leihen und einen Versuch zu starten... Entsprechende Einweisung habe ich ja bereits in Deutschland erhalten, wäre also auf jeden Fall das Erlebnis hier wert. Immerhin sind die Wellen hier nicht so übergroß...
Nachdem ich mein Gepäck am Hostel eingesammelt und auf dem Weg zum Bus noch eine Scheibe Pizza für kleines Geld zum Mittagessen to go abgegriffen habe, geht es weiter Richtung Flughafen. Es klappt alles reibungslos, der erste Halt des Shuttlebusses, der von der Bushaltestelle Richtung Flughafen fährt, ist direkt das Terminal, von dem Southwest Airlines fliegt. Gegen 2:40 hebt die Maschine ab; der Pilot ist ein echter Joker und weist darauf hin, dass von den 150 Plätzen in der Maschine nur knapp 120 belegt sind und man deshalb nicht zwangsläufig neben der Person sitzen muss, mit der man zusammen zum Flughafen gekommen ist. Ich habe eine Reihe für mich und sitze am Notausstieg, sodass ich besonders viel Platz habe. Nach der Landung - die aus der Luft im Übrigen erst nach Wasserlandung aussieht, da der Flughafen direkt am Meer bzw. in der Bucht liegt - weist der Kapitän dann auf eine Maschine am Flughafen hin, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt: es handelt sich dabei um einen riesigen, zweistöckigen Airbus ("Look at this, a real beauty"). Was ein Ungeheuer...!
Am Flughafen in San Fran entscheide ich mich dazu, mal in der Uber-App zu gucken, was denn die Fahrt zum Hostel kosten würde. Just for fun natürlich. Immerhin sind es knapp 23 Kilometer und mein Knie fühlt sich nicht gut an... Tatsächlich sehe ich: ich komme für umgerechnet 15€ mit UberPool zur Unterkunft. Die Fahrt mit den Öffentlichen kostet um die 11€. Da fällt die Wahl nicht schwer. Um 4:40 bin ich bei der Gepäckabholung raus, um 4:52 sitze ich im Uber - zusammen mit Courtney aus Hong Kong, die ebenfalls nach Downtown SF muss. Im Gegensatz zu UberX, bei welchem man einen Fahrer für sich alleine hat, ist man bei UberPool mindestens zu zweit. Das klappt hier vor allen in großen Städten und noch besser vom Flughafen aus sehr gut, da es dann sehr wahrscheinlich wird, dass ein Pool zustande kommt. Der riesige Vorteil: man zahlt maximal die Hälfte von dem, was man alleine für die Fahrt gezahlt hätte (nimmt dafür aber eventuell in Kauf, dass man beim Eingesammeltwerden oder am Ziel ein paar Meter laufen muss).
Während der Fahrt reden wir kaum - ich denke mir, dass Asiaten sowieso oft sehr reserviert und zurückhaltend sind. Der Fahrer ist im Übrigen Araber und spricht auch nicht ganz fließend Englisch. Wir sammeln auf halbem Weg noch ein drittes Mädel - der afroamerikanische Hintergrund ist nicht zu übersehen - ein und so sinkt der Fahrpreis für jede von uns noch einmal von 19.70 eben auf 18.20$. Dank des Berufsverkehrs brauchen wir bis zu meinem Hostel knapp 51 Minuten, dann löst sich unser "international Uber squad" auf. Diese Fahrtzeit ist tatsächlich noch knapp schneller als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln; mal ganz abgesehen vom Comfort und der Tatsache, dass man sich über Umsteigen, Ticketkauf, Verfahren, Haltestelle finden usw. keinen Gedanken machen muss! San Francisco scheint nämlich echt riesig zu sein...
Das Music City Hostel macht seinem Namen alle Ehren: aus dem Keller, in welchem sich zig Proberäume für Musiker befinden (s. zweites Bild unten), dringt Rockmusik, überall in den Fluren hängen Poster von Künstlern und Bands. Gegen kleine Gebühr kann man sich stundenweise Instrumente leihen und üben. Der Teppich weist ein heißes schwarz-rotes Muster auf... Und überhaupt: Teppich im gesamten Hostel? Der Ort grenzt fast schon an außergewöhnlich und hat definitiv einen ziemlich skurrilen Touch... "Abgerockt" (aber mit Stil!) würde es auch gut treffen. Auch das Zimmer ist eher ungewöhnlich: mit nur vier Betten ist es echt sehr überschaubar für einen Schlaf"saal", es gibt zwei Spiegel und zu allem Überfluss bekomme ich ein 1,40er Bett mit zwei Kissen zum Schlafen, Tagesdecke, Comforter und zwei dekorativen Kissen... Sehr gemütlich, das muss ich schon sagen. Was mich lediglich irritiert ist, dass es auf dem Flur Duschräume mit Toiletten gibt (was ja erstmal im Sinne der, ich möchte mal sagen, hygienischen Brauchtumspflege ist), aber sich in ebendiesen Räumen keine Waschbecken befinden - diese gibt es dann wiederum auf den einzelnen Zimmern. Okay... Händewaschen wird ja sowieso überbewertet...
Ich schließe einen Teil meiner Wertsachen, die ich nicht auf der Straße mit mir rumschleppen möchte - etwa meinen Reisepass - in einem der kleinen Spinde im Zimmer ein und mache mich auf den Weg; hierbei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass mir beim Verlassen des Hostels im Flur ein Korb mit Äpfeln ins Auge fällt, der nicht etwa nur dekorative Zwecke erfüllt, sondern - und hier offenbart sich mal wieder der Charme dieses Ortes in seiner absoluten Einzigartigkeit - das optionale Frühstück für Hotel- und Hostelgäste darstellt. An apple a day... reicht hier für mich bei Weitem nicht als Frühstück (dafür bin ich vermutlich nicht Straßenmusikerseele genug, um hier low budget in den Tag zu starten), sodass ich auf jeden Fall noch ein paar Lebensmittel für den nächsten Tag einkaufen muss.
Ich schaue mir somit abends die Stadt an. San Francisco ist unglaublich hügelig! (Dagegen ist der Schildberg in Mülheim-Oberdümpten ein Witz, haha.) Mein Hostel liegt in Nob Hill, einem Stadtteil, der mir fast schon zu schick ist. Es gibt Restaurants und Bars, aber irgendwie fehlt mir ein Burgerladen, in den man auch in Flipflops gehen kann... A propos Flipflops: diese sind hier nicht zu empfehlen, denn es ist mit 17° am Abend deutlich kühler als in bisherigen Orten... Zudem ist es unfassbar windig. Nach gut zwei Kilometern kann man dann auf das Meer in der Bucht schauen. Krasser Ausblick...! Ich gehe - jetzt, da ich ein Ziel vor Augen habe - zügig zum Fishermen's Wharf runter, denn mittlerweile ist es Zeit für ein kleines Abendessen. Mal sehen: Lou's Fish Shack, Crabster, the Crabster Station, Seafood Trattoria... Was ein Paradies für Fischliebhaber, in dem daher auch ganz schnell klar ist, was ich zu Abend esse: mexikanisch. Bei Chipotle. Oh yeah. Ich mixe mir meinen eigenen Salat mit Guacamole, schwarzen Bohnen, Reis, Hähnchen, Käse, Pico de gallo,... Ein Traum. Bei Fisch kann ich mich ja leider gar nicht begeistern - und überhaupt: es riecht nach Fisch und Meer, die Möwen sitzen dreist in der Mitte der Straße (und weichen den Autos im Übrigen nur, wenn ihnen danach ist), aber von Sand und Palmen ist nichts zu sehen. Meine Strandseele fühlt sich hier ein wenig verraten... Vieles erinnert mich außerdem an Portland, Oregon - vermutlich sind es die Häuser in ihrer Bauweise sowie die Bäume, die davor stehen und die Straße säumen. Ich weiß noch nicht, was ich von San Fran halten soll, bin aber erst einmal froh, dass ich was Leckeres fürs Frühstück finde sowie ein paar Knabbereien und Obst (der Laden "Trader Joe's" hat es einfach drauf in den Staaten). Auch hole ich nebenan in der CVS Pharmacy einen Nachschub Ibuprofen 200. Ich habe mich ja die letzten Tage dagegen gewehrt, aber gerade bei den so hügeligen Straßen komme ich wohl kaum ohne diese Tabletten aus...!

So denn, es ist spät... Bis dahin! - Karla

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3.8.18 08:54


#sixty-one: huntington beach. vans us open 2018.

Hey there,
wie oft ich mir schon vorgenommen habe, früh aufzustehen... Und dann ist es doch wieder halb acht, acht Uhr geworden. So geht's auch heute wieder los - später als geplant. Dabei habe ich mir für heute vorgenommen, pünktlich nach Huntington Beach zu fahren - wie gestern am Ende meines Beitrags angekündigt. Na ja, okay, dann geht es eben (wieder einmal...) etwas später los. Huntington Beach steht heute deshalb auf dem Programm, weil dort im Moment (vom 28.7.-5.8.) die Vans U.S. Open stattfinden, heißt also Wettbewerbe in den Bereichen Skateboard, Surf und BMX. Der einzige Haken an der Sache ist, dass Huntington Beach circa 75 Kilometer vom Hostel in Santa Monica entfernt liegt und dass es keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin gibt - zumindest wäre man vier bis fünf Stunden für eine Strecke unterwegs und müsste mindestens viermal umsteigen... Dafür ist mir meine Zeit dann doch zu schade. Da ich mir die U.S. Open auf keinen Fall entgehen lassen will, bestelle ich mir über die entsprechende App einen Uber. Der Fahrer, ein halbes Hähnchen aus San Salvador, hört auf den Namen Walter (ich denke mir nur: spanischer geht's ja kaum...) und ist bereits nach drei Minuten da. Er fährt einen silbernen Toyota Corolla und sammelt mich samt Pennyboard direkt am Hostel ein. Auf geht's. Am Anfang führen wir ein wenig smalltalk und er berichtet, dass er in LA in Koreatown wohnt. Auch das kommt mir etwas spanisch (haha, Füße hoch, der Witz kommt flach) vor, aber es scheint günstig dort zu sein... Im Gegensatz zu meiner Uber-Fahrt, die mich umgerechnet 50€ kostet. Aber andererseits ist das für die Entfernung und die damit verbundene Zeit, die mein Fahrer für mich aufbringen muss, sehr günstig. In Essen zahle ich ja schon 11€, um drei Kilometer mit dem Taxi zum Hauptbahnhof fahren zu dürfen.
Nach etwas über einer Stunde bin ich direkt an der Promenade von Huntington Beach. Krass. Ich sehe direkt schon, dass sich die Fahrt gelohnt hat. Es ist gut etwas los, das Wetter natürlich super und Vans, der Sponsor, hat ein Eventdorf am Strand aufgebaut. Nach der Taschenkontrolle geht es direkt aufs Gelände. Ich starte direkt mitdem Wichtigsten: Eventplan für den heutigen Tag zur Sicherheit noch einmal überprüfen um sicherzugehen, dass ich Skateboarding auf keinen Fall verpasse. Dann der nächste Tagesordnungspunkt, der ebenso wichtig ist: ab zum Vans-Stand und weißes Blank-Shirt kaufen. Dieses kann man nämlich anschließend mit einem selbstgewählten Motiv selber bedrucken. Da es keine Frauenshirts gibt, nehme ich ein Shirt in (Kindergröße) M. Passt perfekt und ist nochmal ein bisschen günstiger (umgerechnet 19€) als das Herrenshirt. Nachdem ich eine laminierte Übersichtskarte mit potentiellen Motiven für mein Must-have-Custom-Made-(meins wird eh das Beste!)-Shirt erhalten habe, geht's zur Druckerei vor Ort. Dort sieht man dann, wie das Motiv aufs Shirt kommt. Außerdem gibt's noch eine Truckercap gratis oben drauf - auch bei dieser kann man das Logo frei wählen sowie die Farbe der Kappe selbst (rot/schwarz/dunkelblau). Tja was soll ich sagen - ich bin jetzt schon begeistert.
Ich stapfe weiter zum Pool (Pool wie in "Skaten", nicht "Schwimmen") und schaue den BMX-Fahrern zu. Es ist ganz nett, aber nicht hundertprozentig meine Sportart. Stattdessen nutze ich die kurze Pause, um mich in Ruhe einzucremen, denn es gibt so gut wie keinen Schatten am Strand und man merkt förmlich, wieder Sonne auf der Haut brennt.
Direkt vorm Strand laufen schon seit dem frühen Morgen die einzelnen Qualifikationsrunden im Surfen. Ich schaue mir einen kompletten Lauf à 30 Minuten an und genieße die Strandatmosphäre bei Live-Kommentar und gutem Ausblick aufs Wasser und die Teilnehmer.
Nach einem Mittagspäuschen geht es dann wieder zum Pool, wo an 13h die Frauen sich einfahren, ergo skateboarden. Es fahren circa 15-20 Teilnehmerinnen, der Großteil ist unter sechzehn, würde ich schätzen. Eine junge Fahrerin, der ich auf Instagram als bellatreas_kenworthy folge - wie Tausende andere Menschen auch -, sehe ich tatsächlich auch vor Ort. Die Mädels fahren alle wirklich super, wobei eine Fahrerin, die maximal vierzehn oder fünfzehn Jahre alt sein kann, sich durch einen Sturz verletzt und den Pool verlassen muss. Insgesamt gibt es viele Stürze, allerdings tragen alle Fahrerinnen dicke Kniepolster und einen Helm; man sieht sofort, dass sie sehr kontrolliert stürzen und direkt immer auf die Knie fallen, was tatsächlich das Sicherste beim Skaten im Pool ist. Auf diese Weise passiert in der Regel nichts Schlimmes...
Im Anschluss fahren noch die Männer - alle ohne jegliche Schutzbekleidung. Helme? Nicht ein einziger. Ein Fahrer trägt tatsächlich einen Handgelenkschoner, was ich aus eigener Erfahrung verstehen kann, da man - bedingt durch die Fußstellung auf dem Board - eine Seite hat, auf die man tendenziell öfter fällt (bei mir ist es erfahrungsgemäß die Linke); bei ihm jedoch wirkt es eher wie modisches Accessoire und ist bei den Höhen (man spricht hier von hang time), die er in seinen Sprüngen macht, eigentlich überflüssig. Von der Fahrkunst her liegen die Männer deutlich vor den Frauen, was mich aber nicht wirklich überrascht; auch der Altersschnitt ist ein anderer und liegt beim schätzungsweise 20-40 Jahren.
Mein Aufenthalt in Huntington Beach neigt sich dem Ende entgegen und so runde ich meine Zeit dort mit einer kleinen Tour am Strand entlang auf meinem Penny ab und gehe anschließend etwas über die Haupteinkaufsstraße. Ich hatte ganz vergessen, dass es hier sogar einen Surf Walk of Fame gibt... Beim Starbucks wähle ich mich wieder ins WLAN ein, um die Uber-App nutzen und einen Fahrer für die Rückfahrt suchen zu können und auch hier dauert es nicht lange, bis mich Bibs, ein studierter Ingenieur aus Indien, der das Uber-Fahren als Teilzeitbeschäftigung macht, einsammelt. Er trägt einen grauen Anzug, was den Eindruckeines Chaffeurs abrundet... Bibs berichtet, dass er Mathe und Maschinenbau studiert hat, das in den USA aber nicht anerkannt wird und er deshalb eben als Uber-Fahrer unterwegs ist und morgens regelmäßig Hochschulstudenten Nachhilfe in Mathe gibt. Die Straße sind nachmittags und abends auch hier natürlicher voller (trotz sieben Spuren!) und so dauert die Rückfahrt knapp 75 Minuten. Der Preis ist derselbe wie auf dem Hinweg. Am Hostel angekommen mache ich nicht mehr viel, da ich echt groggy bin... lediglich für einen kurzen Spaziergang zum Santa Monica Pier reicht es noch. Außerdem habe ich einen kleinen Film über meine Eindrücke beim U.S. Surf Open zusammengeschnitten, den ich euch hier auch gerne wieder verlinke:

Vans US Open 2018 - Impressionen [klick mich!]🔥

Bis morgen denn!
Karla

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