Startseite
  Archiv
  Über mich
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback
   9.08.19 22:02
    Huhu ihr beiden, da hab
   9.08.19 22:02
    Huhu ihr beiden, da hab
   9.08.19 22:03
    Huhu ihr beiden, da hab
   9.08.19 22:04
    Huhu ihr beiden, da hab
   9.08.19 22:04
    Huhu ihr beiden, da hab
   9.08.19 22:05
    Huhu ihr beiden, da hab

https://myblog.de/karlifornien

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
#forty-nine: eastern state penintentiary. magic gardens.

Hey everyone,
die Zeit in "Philly" neigt sich dem Ende - und so nehme ich mir für den heutigen Tag noch einmal das eine oder andere vor. Das erste Ziel ist dabei heute das Eastern State Penitentiary. Dabei handelt es sich um ein Gefängnis, welches - ehemals auf einem Hügel außerhalb Philadelphias gelegen - sich etwas abseits des Stadtzentrums in einer ruhige Wohngegend befindet. Ich nehme zur Abwechslung die U-Bahn, da man selbst von der Bahnhaltestelle noch knapp 30 Minuten zu Fuß gehen muss, bis man das Gefängnis erreicht.
Der Eintritt kostet 14$. Ich habe zunächst meine Zweifel, ob das Geld gut investiert ist, denn von außen macht das Gefängnis einen ziemlich langweiligen Eindruck (ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben sollte). Das Gebäude erinnert durch seinen gotisch angehauchten Baustil, die Türme an den Ecken und dank der Schießscharten an eine Burg bzw. Festung. Betritt man das Gebäude, sieht es von innen allerdings nicht mehr so aus. Ich erfahre auch kurze Zeit später, warum das so ist; dies lerne ich dank des Audioguides, der im Eintrittspreis inbegriffen ist. An bestimmten Punkten auf dem Gelände kann man Audio-Dateien abspielen, die nähere infos zu den Umständen etc. liefern: die Schießscharte sind nicht echt (das sieht man allerdings von außen nicht) und überhaupt soll die gesamte Bauweise abschrecken. Die Mauern sind knapp sieben Meter hoch und gehen auch noch einige Meter tief in die Erde.
Ich erfahre, dass das Gefängnis am Anfang des 19. Jahrhunderts eingeweiht wurde. Damals hatte man die Idee, dass eine neue Form des Einsperrens hermüsse. Üblich war es, Kriminelle so lange in einem Sammelbecken festzuhalten, bis sie ihre Strafe erhielten. Die Strafen reichten dabei von Geldstrafen bis hin zu Folter - es war also quasi alles dabei. Die neue Idee des Penitentiary war es, dass man die Kriminellen zu "penitence" (dt. Reue) bewegen wollte. Der Ansatz war also einfach: Einzelhaft sollte zu Einsicht führen. Das Gefängnis war dabei in den Anfangsjahren erstaunlich fortschrittlich, da es sogar eine Heizung und fließend Wasser gab (was es selbst im Weißen Haus zu jener Zeit nicht gab).
Weiterhin wird beschrieben, dass die meisten Insassen im Schnitt zwei Jahre in dem Gefängnis waren und dabei vermutlich nicht einmal einen anderen Häftling sahen, selbst wenn sie in ihren Innenhof vor der Zelle traten (jeder Häftling hatte einen eigenen exercise yard) - beim Verlassen der Zelle wurde ihnen eine weiße Kapuze über den Kopf gezogen, es durften nie zwei benachbarte Sträflinge gleichzeitig nach draußen. Auch Unterhaltungen mit anderen waren strengstens verboten; es sollte Stille herrschen. Selbst die Gefängniswärter trugen Socken über ihren Schuhen, damit sie von den Insassen nicht gehört wurden (sehen konnten diese sowieso nix, da die einzige Lichtquelle in jeder Zelle eine schmale Öffnung an der Oberseite war). Unglaublich, auf was für Ideen Menschen kommen... Gut, dass das ESP heute geschlossen ist.
Ich bewege mich so von Zellenblock zu Zellenblock. Auch Al Capone hat hier ein paar Monate in einer - zugegebenermaßen komfortablen - Zelle eingesessen. Was mich besonders bewegt ist die Sonderausstellung zu Gefängnissen in den USA heute. Unter anderem gibt es dort eine Wand mit verschiedenen Statements, in Kurzform etwa sowas wie: "Ich habe ein Auto aufgebrochen, weil ich Geld für Drogen brauchte"; "Ich habe mit einer Freundin oft Kleidung bei Macy's geklaut, im Wert von tausenden Dollars"; "Ich habe Spenden für eine verstorbene Schülerin an unserer Schule verwaltet und dabei in meine eigene Tasche gewirtschaftet", usw. Man kann an dieser Stelle einen Button drücken und bekommt die Statements markiert, die von aktuellen Gefängnisinsassen stammen; drückt man den anderen Button (beschriftet mit "visitors to ESP"), leuchtet die andere Hälfte der Statements auf. Auch wird deutlich, wie viele Kinder aus schwarzen Familien mit dem Thema Gefängnis relativ früh im Kontakt kommen, etwa durch andere Familienmitglieder, die einsitzen. Am Ende steht die Frage, wie Kosten und Nutzen zueinander stehen, welche Alternativen es gibt, etc.
Ein weiterer Raum beeindruckt mich außerdem auch: bei einem Kunstprojekt wurden Insassen aufgefordert aufzuschreiben, wovon sie gerne ein Foto oder eine Zeichnung hätten - freiwillige Künstler würden versuchen, diese Wünsche zu erfüllen. Die geforderten Motive waren so simpel, und so so berührend: "ein Bild einer Menschenmasse", "eine Luftaufnahme meiner Heimatstadt, sodass ich sie im Gedanken besser besuchen kann", "alles, nur kein Bild vom Teufel", usw.
Nach diesem durchaus sehr interessanten Aufenthalt im Gefängnis steuere ich wieder das Stadtzentrum an. Ich lasse es mir nicht nehmen, unterwegs an einem der vielen Springbrunnen an- und meine Füße ins Wasser zu halten. Das ist hier völlig okay. Auch spiele ich spontan Tischtennis im Love Park mit einem Mann, der gerade Mittagspause hat. Er fordert der Reihe nach Passanten auf und neben mir folgen einige seiner Einladung (Tisch, Ball und Schläger stehen dort bei schönem Wetter jederzeit bereit).
Es ist mittlerweile Mittag durch und ich bestelle mir bei einem Amish Stand am Reading Terminal Market einen leckeren Cheeseburger mit Pommes. Perfekt.
Gegen Nachmittag begebe ich mich zur South Street, um mit die Magic Gardens anzusehen. Das ist ein Künstlerprojekt, besser gesagt: Ein Gebäudekomplex, welcher komplett mit Mosaiks überzogen ist. Ich habe keine Lust, zwanzig Minuten zu warten und dafür noch 10$ zu zahlen - so groß ist das Gebäude auch nicht und von außen sieht man sowieso fast alles.
Da mache ich mich lieber für einen Spaziergang im Washington Square Park und leckeren Kaffee Mokka auf Richtung Hostel (das Café ist direkt nebenan, der Park auch nicht weit) und anschließend suche ich den Vans-Laden auf. Ich kaufe ein paar Shorts, die nicht nur reduziert, sondern auch super schick sind, und gehe anschließend noch ein paar Dinge fürs Abendessen einkaufen - Obst, Joghurt, etc.
Es steht nach dem Essen nur noch ein Lauf über 10,5km an und dann war es das auch für heute...!
Good Night!

54_FBFEA9_4_DD5_495_E_9200_DDDAC88_D7898

7279_C270_29_AE_4_CCE_BE6_E_675_B963_AFE39

EF185_B1_B_1_A5_A_43_C5_99_FE_10_E64_B7_A0_EEB

A9_BBFD63_C957_40_EE_A518_B74_FD7641172

07_D7_CEB3_ECF0_4_BFF_B5_E8_DF487594_BAA9

883_FDDC7_5_B27_42_E1_B3_A3_7_C0_C7_C53_BA71

534_D28_B8_F6_CA_4_B6_D_BD8_F_106_A1_A97_CE89

21.7.18 05:41
 
Letzte Einträge: twenty-four: eaton canyon. farmers' market. dave and busters., #fifty-six: auf nach kalifornien feat. uber., #seventy-four: edgar allan poe haus. baseball. inner harbor. fells point. , #eighty-one: miami beach pt. ii. , #eighty-two: miami beach pt. iii. ankunft in new orleans, louisiana.


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


herz.defekt (22.7.18 04:53)
bin etwas neidisch.
wohne seit so vielen jahren nun in amerika und habe not nearly so viel gesehen wie du. Hoffe ich kann noch aufholen

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung