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#sixty-three: hyde street pier. fisherman's wharf. pier 39. street food.

Hey ihr,
es dauert nicht mehr lange und dann werde ich schon wieder zurück in Deutschland sein... einerseits finde ich es schade, die USA schon wieder verlassen zu müssen, andererseits sehe ich euch dann wieder.
Am heutigen Morgen geht es recht spät los, heißt gegen viertel vor elf. Die Schmerzen in meinem linken Knie haben sich verändert bzw. es ist unangenehmer als in den letzten Tagen irgendwie... Es kommt mir daher nicht gelegen, dass San Francisco so unfassbar hügelig ist. Nach ein paar Metern bergauf - ich bin auf dem Weg zum Pier - geht es ein ganzes Stück bergab (die Straßen haben hier nicht selten ein Gefälle von 10-20%... In Einzelfällen sogar bis zu knapp 30% - und das über mehrere Blocks) und es ist aufgrund des dumpfen Schmerzes fast nicht auszuhalten. Ich setze meinen linken Fuß schon anders als gewöhnlich auf und belaste ihn weniger. Als ich unten ankomme schießen mit Tränen in die Augen. Schmerz und Enttäuschung. Dass ich im Moment nicht regelmäßig Langstrecke laufen kann ist eine Sache; dass ich wie ein Krüppel durch die Stadt humpele ist mindestens genau so bitter. Ironischerweise tut Pennyboarden nicht weh, aber das bringt mir in dieser Stadt so rein gar nichts.
Eine Ibuprofen 200 später bin ich dann am Hyde St Pier und schaue mir die alten Schiffe dort an, die zum Teil aus dem 19. Jahrhundert stammen. Gegen Gebühr kann man diese begehen und einen Blick in die Kajüten, Kombüsen, Maschinenräume usw. werfen. Auch ein altes Segelschiff kann man betreten. Es ist schon ziemlich beeindruckend, an Deck eines solches Schiffes zu stehen und an den Masten nach oben zu sehen. An Bord der Herkules, einem kleinen Schlepper, bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie eng es auf solchen Schiffen ist... Da ich dank der ordentlichen Strecke vom Hostel zum Hafen schon einige Zeit unterwegs bin, denke ich, dass es ganz nett wäre, am Pier selbst ein paar Minuten die Beine auszustrecken und die Sonne zu genießen. Es gibt Bänke dort und ich suche mir eine unbesetzte Bank aus. Ich bin froh, dass ich meinen Schal dabei habe (auch wenn mein Gastvater mich zunächst belächelt hat - am Meer ist der Schal wirklich Gold wert!), denn die Lufttemperatur liegt gerade einmal bei knapp 15/16° und es geht ein ordentlicher Wind. Ich lege meinen Schal auf den oberen Rand der Rückenlehne der Bank, sodass ich gemütlich meinen Kopf darauf ablegen kann und gleichzeitig die Ende des Schals ein wenig um den Nacken legen kann. Tatsächlich muss ich so groggy sein, dass ich eine Dreiviertel Stunde Nickerchen in der Mittagssonne halte... Na ja, man ist ja keine zwanzig mehr, oder wie war das... Als ich wieder aufwache, steht die Sonne hoch am Himmel und ich pilgere weiter die Fisherman's Wharf entlang - so heißt nämlich das Areal am Wasser, in welchem sich Pier an Pier reiht. Ein wenig später erreiche ich den (das?) berühmten Pier 39. Dieser erinnert mich stark an den Santa Monica Pier, denn auch hier gibt es Karussells, Souvenirläden, Popcorn-Stände und Spielautomaten. Irgendwie spricht mich das nicht an... Im Gegenteil, der Rummel schreckt mich ab. Wie in Santa Monica gibt es auch hier übrigens ein Bubba Gump Shrimps Restaurant - das wurde durch den Film "Forrest Gump" inspiriert, sodass auch hier eine Bank mit fest installierter Pralinenschachtel und den Schuhen Forrests steht; Besucher können hier Fotos machen - und tun das auch en masse. Ich schaue dem Treiben an diesem Ort zu, da ich meine Mittagspause quasi eine Bank weiter mache. Ich frage mich, wie viel der Besucher wissen, dass genau das selbe Setting auch in zig anderen Orten zu finden ist... und wie sie reagieren würden, wenn man sie mit dieser Tatsache konfrontieren würde?
Interessanter ist da schon der äußere Bereich des Piers, von wo aus man die Seelöwen beobachten kann, die hier nur wenige Meter von neugierigem Beobachtern entfernt im Hafenbecken auf großen Pontons in der Sonne liegen. Ich habe irgendwo vorher gelesen, dass sie Tiere wohl zu beobachten seien, aber das es so viel sind... Ich überschlage grob die Zahl, es müssen um die 60-70 sein. Einige heulen vor sich hin, die meisten liegen wie erschlagen auf dem Rücken (das Leben als Seelöwe muss anstrengend sein...), Flossen auf dem Bauch oder einfach alle viere von sich gestreckt... Ich könnte den Schöngeistern stundenlang zusehen, jedoch ist der Fischgestank nicht zu überriechen und nach einer guten Viertelstunde habe ich im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll davon.
Ich gehe noch ein paar hundert Meter weiter zu dem Pier, von welchem die Schiffe nach Alcatraz ablegen, da ich plane, an einem der kommenden beiden Tage die Fahrt dorthin zu machen. Die Ernüchterung dann: die nächstmögliche Tour wäre am 27. August. Alle anderen Fahrten bis dahin sind komplett ausgebucht. Ernsthaft jetzt? Na ja, dann halt nicht.
Auf meinem Weg durch Fisherman's Wharf komme ich übrigens immer wieder an Infotafeln vorbei, die über die Geschichte dieses Ortes informieren. Ich lerne allerhand über die ehemaligen Fähren, die bis zur Eröffnung der Golden Gate Bridge regelmäßig hier an- und abgelegt haben, über Seelöwen sowie die Funktion von Pilotschiffen, die es seit Jahrzehnten gibt und die auch heute noch unfassbar wichtig sind: Die Pilotschiffe fahren ganzjährig, bei jedem Wetter. Sie haben die Aufgabe, große Containerschiffe sicher durch die Pfeiler der Brücke und in den Hafen zu fahren, wenn diese Hilfe anfordern, denn die Bucht stellt offensichtlich eine echte Herausforderung dar. Dazu nähern sich die Pilotschiffe den großen Schiffen an, bis von Bord des Frachters eine Strickleiter heruntergelassen wird, um den "Pilot" an Bord zu lassen. Dieser übernimmt, dann die Navigation auf dem Schiff.
Da meine Wasserflasche längst leer ist und ich langsam aber sicher aufgrund des Flüssigkeitsmangels Kopfschmerzen bekomme, steure ich Chipotle an, denn dort gibt es Sodas (also auch Wasser) für 2.10$ (am Vorabend zufällig beim Essen dort gesehen). Ich sehe es nicht ein, an den Souvenirständen 3.95$ + Steuer für ein kleines Wasser zu zahlen, daher entscheide ich mich für diese Variante (Sternzeichen Fuchs, sage ich nur). Nebenbei bemerkt: Cola und ähnliches kostet auf der Touri-Meile deutlich weniger. Kein Wunder, dass viele dicke Menschen unterwegs sind... Die Mitarbeiterin bei Chipotle ist nett und gibt mir einen großen Becher fürs Wasser, ohne dafür Geld zu nehmen. Sehr cool.
Gegen frühen Abend lande ich noch kurz bei Starbucks und folge anschließend der Küste weiter gen Westen. Die Golden Gate Bridge kann man in der Ferne schwach erkennen, allerdings ist sie fast komplett in Nebel gehüllt. Alcatraz ist dafür umso besser zu erkennen. Durch Zufall gerate ich schließlich zu SF Art Institute, welches sich in den alten Hafengebäuden des ehemaligen Fort Mason befindet. Es gibt Galerien, Ausstellungen, Restaurants und Bars. Auch ein Street Food Market findet zufälligerweise statt. Ich schaue mir die einzelnen Stände an und entscheide mich schließlich für einen Burrito, der auf ganzer Linie überzeugt. Die Sonne ist schon fast hinter den Hügeln auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht verschwunden und ich denke, es ist eine gute Idee, den Heimweg anzutreten (es ist kurz vor acht Uhr abends). Als ich mein Zimmer betrete stelle ich fest, dass mein Bett gemacht wurde (ich hatte es beim Verlassen des Zimmers heute Morgen ordentlich hinterlassen, allerdings wurde die dicke Tagesdecke ebenfalls wieder ordnungsgemäß übers Bett gezogen und die Dekokissen wurden entsprechend drapiert)... hm, kann ich mit leben. (;
Euch ein schönes Wochenende und danke an dieser Stelle schon einmal an alle, die in den letzten drei Wochen regelmäßig hier gelesen haben - that means a lot to me! (:
Karla

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Letzte Einträge: #twenty: mount tabor park. voodoo doughnut., #twenty-three: willamette river. south pasadena, california., twenty-four: eaton canyon. farmers' market. dave and busters., #thirty: magnificent mile. chicago river museum. maggie daley park. cloud gate. , #fifty-six: auf nach kalifornien feat. uber.


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