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#sixty-four: golden gate bridge. ghirardelli eis. burmesisches essen.

Dear all,
wenn ihr das hier (aktuell) lest, bin ich seit so ziemlich genau drei Wochen unterwegs. Ich bin schon ein wenig traurig, dass sich mein Trip dem Ende neigt... Ich vermisse Venice Beach jetzt schon (ich weiß, Luxusprobleme...).
Am heutigen Samstag steht ein weiteres Touristenziel auf dem Plan, nämlich die Golden Gate Bridge. Vom Hostel aus sind es zunächst gute zwei Kilometer Fußweg bis zum Radverleih auf der Hyde Street, wo ich gegen halb zwölf aufschlage - "das ist aber spät", werden jetzt bestimmt einige denken. Mit dem Frühstück bin ich tatsächlich auch um halb zehn fertig, aber ich unterhalte mich noch mit zwei Leuten, u.a. mit einem Ingenieur, der ursprünglich vom Mauritius kommt, in Belgien zur Schule gegangen ist, in Kanada studiert hat und jetzt in den USA arbeitet; sein Vater ist Diplomat, daher hat er schon ziemlich viel von der Welt gesehen. Ich hätte es unhöflich gefunden, das Gespräch zu unterbrechen und zudem war es interessant, da er obendrein vernünftige Ansichten vertrat.
Mein Fahrrad für den Tag kostet mich umgerechnet 22€, das ist hier ein ganz guter Tarif. Das Fahrrad an sich ist ein Tourenrad mit einer gut funktionierenden Gangschaltung und einfach höhenverstellbarem Sattel (klingt irgendwie unwichtig, fand ich aber durchaus relevant für meine Tour)! Ein Schloss kommt auch mit dem Bike und los geht es.
Die Route führt mich relativ nah am Wasser entlang und ich habe mordmäßigen Gegenwind. Die Lufttemperatur liegt bei ca. 14-18° an den Morgen. Ich trage Shorts, bin aber froh, dass ich meine graue lange Jeansjacke dabei habe und meinen Schal. Bei dem Wind ist solche Kleidung nämlich echt Gold wert! Andere Touristen sind weniger gut vorbereitet und man sieht, dass sie deutlich frieren. Abgesehen davon: die Radstrecke (es sind ungefähr fünf bis sechs Kilometer bis zur Brücke) ist hoffnungslos überfüllt. Ich komme mir vor wie beim Massenstart der Tour de France. Nur das Tempo ist vielleicht ganz so das selbe...
Ich halte zwischendurch immer mal wieder an, um Fotos zu machen. Ich habe Glück: heute ist kaum Nebel über dem Wasser und man hat eine tolle Aussicht auf die Golden Gate Bridge! Je näher man der Brücke komme, desto näher kommt man auch an das offene Meer und desto windiger wird es. Auch wenn das Wasser tief unter einem und der Brücke liegt, kann man gut die weißen Schaumkronen auf den Wellen sehen - ein klares Zeichen dafür, dass ein starker Wind geht (ich tippe auf Windstärke 5-6, in den Böen vielleicht sogar sieben Windstärken... von dem, was ich von Sylt kenne). Und voller wird es sowieso... Überall Scharen von Radfahrern und Fußgängern.
Ich gelange schließlich zum Brückenkopf, die Golden Gate Bridge ist für Autos dreispurig in beide Richtungen und daneben auf beiden Seite gibt es jeweils einen Fußweg. Der auf der Ostseite ist dabei ausschließlich für Fußgänger (in beide Richtungen) ausgewiesen, ich muss also auf die Westseite, welche für Radfahrer reserviert ist (auch hier: für beide Richtungen...!). Wenn ich dachte, dass die Radfahrt bis jetzt nicht soooo entspannt war, dann werde ich in diesem Moment weiter desillusioniert: die Überquerung der Brücke mit dem Rad ist, das stelle ich nach wenigen Metern fest, ein einziger Höllentrip. Oder um es anders zu sagen: selten habe ich so viel geballte Inkompetenz und Ignoranz an einem Ort gesehen. Okay, in Kürze: die Brücke ist über anderthalb Kilometer lang. Die Überquerung dauert mit dem Rad ungefähr 10-15 Minuten. Man befindet sich in gut 200m Höhe. Es ist stürmisch. Der Weg ist an der breitesten Stelle ungefähr zwei bis zweieinhalb Meter breit, oft ist es enger. Es rasen auf sechs Spuren Autos mit ungefährt 80 Sachen an einem vorbei, was trotz der Absperrung unfassbar laut ist. Es ist brechend voll. Räder fahren in beide Richtungen. Wie aber bereits oben beschrieben ist das aber noch nicht genug, denn jetzt kommt das eigentliche Problem hinzu: einige fahren nicht hintereinander in ihrer Gruppe, sondern nebeneinander (was soll's, soll der Gegenverkehr halt gucken, wo er bleibt!); während der Fahrt werden einhändig Brillen geputzt (eine schmutzige Brille würde ja das Foto versauen...), Spiegelreflexkameras betätigt (die Qualität der iPhones ist eh mies und ne Canon ist voll hip!), Selfies geschossen (hallo Welt, ich poste man schnell auf Instagram!), Gespräche geführt (Rad fahren - voll lässig!), Videos von der Fahrt gedreht (On-Ride video, auf die Idee kommt ja sonst überhaupt niiiemand!), und - so - weiter! Zu allem Überfluss sind ziemlich viele genervte Rennradfahrer unterwegs, von denen ich davon ausgehe, dass sie schlicht und einfach gesehen werden wollen - kein einheimischer, seriöser Sportler würde diese Brücke an einem Samstagmittag überqueren, denke ich. Außerdem bin ich egoistisch und denke mir nur: hoffentlich kommst du gut auf die andere Seite. Vor mir fährt ein italienisches Pärchen, die die Intelligenz auch nicht mit Löffeln... ihr wisst schon. Sie dünne Sandalen mit einem Hauch von Sohle, Radhelm lässig am Gepäckträger, Nieren frei. Frisur sitzt dafür auch bei dem Wind. Er: Lederjacke, Kragen hoch, Spiegelreflexkamera um den Hals (wie oben beschrieben...). Bei beiden (wie bei 80% aller Radfahrern) ist der Sattel deutlich zu niedrig eingestellt. Ich habe ja nicht viel Ahnung vom Radfahren, aber ich weiß, was das mit Knien macht. Na ja, was soll's.
Auf der anderen Seite fahre ich die Serpentinen runter und weiter durch die hügelige Landschaft, um noch ein bisschen weiter Richtung Sausalitos zu fahren, einem kleinen Ort, wo u.a. auch die Fähren nach San Francisco ablegen. Das Gefälle ist unglaublich steil. Ich fahre Schritttempo und mit zwei angezogenen Handbremsen. Sicher ist sicher. (Auch hier wieder: Idioten, die den Berg mit 30km runterbrettern.) Viele Leuten schieben auf den Bergaufpassagen ihr Rad; ich habe meinen Stolz und fahre - auch wenn es bedeutet, dass ich in einem sehr niedrigen Gang fahre und nur etwas schneller bin als die Fußgänger. Je näher ich dem Ort komme, desto voller wird es wieder. Ich drehe um und muss feststellen, dass ich sowieso schon elf Kilometer zurückgelegt habe, einschließlich ziemlich vielen hügeligen Ecken. ich peile also den Rückweg an, es geht die Serpentinen wieder hoch. Vorteil an dieser Stelle: 90% der Touristen nehmen die Fähre zurück nach San Francisco, sodass es auf dem Rückweg etwas leerer ist. Auf der Brücke hat sich jedoch nicht viel geändert. An einer engen Stelle bleibt ein Jugendlicher mit seinem Fahrradlenker an meinem hängen, obwohl ich schon aus dem Sattel gegangen bin und einen Fuß auf dem Boden habe. Ich komme kurz ins Stocken und reiße mir die linke Ferse auf, da ich an der Pedale abrutsche. Dass ihr es überhaupt geschafft habt, eure Reise zu buchen, denke ich mir nur sauer...
Der Rest des Rückwegs ist unspektakulär. Ich halte kurz zum Essen und schaue ein paar Windsurfern auf dem Wasser zu. Anschließend gebe ich das Rad wieder ab und entscheide mich, bei Ghirardelli Eis zu essen. Die Eisdiele ist weltbekannt und unfassbar voll. Die Kugel Eis kostet mich umgerechnet vier Euro und wird in der billigsten Waffel serviert, die man sich vorstellen kann. Lächerlich. Jede Eisdiele in Essen ist da ja fast besser... Die vierköpfige Familie hinter mir in der Schlange blättert gut 44$ für vier kleine, gemischte Schokobecher hin - dem Jüngsten schmeckt das Fudge nicht. Ich möchte laut loslachen - wie weit kann man eigentlich gehen, Menschen so abzuzocken... Ich bin froh, dass ich nur die eine Kugel genommen habe.
Um halb sechs bin ich wieder am Hostel und mache mich kurz frisch, um dann gegen halb sieben den Weg Richtung Burma Love, einen Restaurant, anzutreten. Dort treffe ich Isabel, eine ehemalige Austauschmitschülerin aus Arizona von 2011 und Damir, einem Freund von ihr. Isabel kommt eigentlich aus Singapur, wohnt jetzt aber in San Francisco. Das Essen, Burmesisch, ist unfassbar lecker und es ist ein netter - wenn auch nicht all zu langer - Abend. Isabel spendiert uns die Getränke - ich bleibe mit meinem Eistee, der 3$ kostet, noch sehr günstig, die anderen beiden trinken jeweils einen Cocktail (für je 13$). Isabel gibt 6$ Trinkgeld bei 29$... Nee, ist klar. Das Essen bezahlt Damir für uns - ich protestiere, aber ihm scheint es egal zu sein. Auch hier: Rechnungsbetrag 68$, er gibt 12$ Trinkgeld. So teuer habe ich selten gegessen... Ich hätte such bezahlt, aber keine Chance... Ich betone aber nochmal: das Essen (Hähnchen in Sesammantel, Knoblauchnudeln, Reis und Gemüse für uns alle) war eines der besten Essen, die ich je hatte.
Die beiden gehen anschließend noch feiern, ich bin platt und laufe zurück. Die erste Hälfte der Strecke geht in Ordnung, danach wird es mir zu dunkel und ich will mein Glück nicht herausfordern. Ich bestelle mir an einer gut ausgeleuchteten Straßenecke für umgerechnet 3,20€ einen Uber für die letzten 1,3km (da ich fürs Essen nichts zahlen musste, gebe ich zwei Dollar Trinkgeld für die kurze Strecke) und der Wagen ist nach einer Minute da. Zwischen mir und dem Hostel liegt ein Straßenabschnitt, der schon im Hellen nicht sooo vertrauenswürdig aussah. Milton, ein Schwarzafrikaner, ungefähr um die 60 Jahre alt, hat Humor und ist für die fünf Minuten, die ich bei ihm hinten im Auto sitze, echt unterhaltsam und gut drauf.
So denn... Ich bin so gut wie im Bett. Habt ein schönes Wochenende!
Karla

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